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Der Schnuller ist für viele Babys und Kleinkinder ein wichtiger Begleiter im Alltag. Er hilft beim Beruhigen, Einschlafen und Trösten. Das Nuckeln am Schnuller aktiviert eine neuronale Beruhigungsschleife im Gehirn, weswegen viele Kinder häufig an die Brust oder den Schnuller wollen.

Deswegen ist es oft umso schwieriger, den geliebten Nuckel wieder abzugewöhnen und der Prozess entwickelt sich für die meisten Eltern und Kinder zu einer wahren Herausforderung. Damit der Ablöseprozess nicht nachhaltig als Krise für dich und dein Kind im Gedächtnis bleibt, haben wir die 5 häufigsten Fehler bei der sanften Schnullerabgewöhnung in diesem Beitrag für dich zusammengefasst. Außerdem lernst du, warum es wichtig ist, den Schnuller wieder abzugewöhnen und wann der richtige Zeitpunkt ist, vom Nuckel Abschied zu nehmen.

Du hörst lieber als zu lesen? Dann gibt es hier die passende Podcast Episode für dich:

Warum schnullern Kinder?

Wenn Babys auf die Welt kommen, haben sie ein starkes Saugbedürfnis. Dies ist bereits im Mutterleib der Fall, sodass das Baby im Bauch an seinen Fingern und Lippen saugt.

Das Saugbedürfnis geht über die Nahrungsaufnahme hinaus, das sogenannte non-nutrive-Saugen. So helfen das Saugen und die Hormonkaskade, die dadurch ausgelöst wird, beim Beruhigen, Einschlafen, Trösten, der Aktivierung des Verdauungssystems und wirken außerdem schmerzlindernd.

Gerade, wenn Kinder zur Beruhigung bzw. wenn sie viel Schreien den Schnuller bekommen, wird dieser deswegen zu einem Selbstregulationsmechanismus.

Wann sollte ich meinem Kind den Schnuller abgewöhnen?

So paradox es klingen mag, Deinem Kind etwas wegzunehmen (was so viele Vorteile für es und den Alltag hat), auf lange Sicht kann das Schnullern zu gesundheitlichen Problemen führen. Deswegen ist eine schrittweise, sanfte Entwöhnung ein wichtiger Prozess und ein entscheidender Schritt in der Entwicklung.

Zwar sehen Zahnärzte und Logopäden im Allgemeinen im Schnullern erst einmal keinen Nachteil fürs Baby, sie raten aber auch (im Idealfall) zu einer Schnullerentwöhnung im ersten Lebensjahr – bestenfalls sobald die ersten Milchzähne wachsen und der Saugreflex (in der Regel) abnimmt.

Spätestens ab dem zweiten Lebensjahr, wenn das Milchzahngebiss vollständig ausgebildet ist, raten Kinder- und Zahnärzte dazu, den Schnuller abzugewöhnen, um langfristige Schäden zu vermeiden. Mögliche Zahn- oder Kieferfehlstellungen, die sich bis dahin entwickelt haben können, bilden sich meist von ganz allein zurück.

Wird der Schnuller länger und intensiver benutzt KANN dies längerfristige Zahn- oder Kieferfehlstellungen zur Folge haben. Außerdem kann viel und langfristiges Schnullern zu Sprachschwierigkeiten, wie Lispeln führen, da dein Kind nicht lernt, seine Zunge am oberen Gaumen hinter den Zähnen abzulegen.

Dennoch fällt die Entwöhnung vom Schnuller meist Kindern wie Eltern gleichermaßen schwer. Bevor wir die 5 häufigsten Fehler bei der Schnullerabgewöhnung nacheinander durchgehen, deswegen vorab ein Appell: 

Bitte lasse Dich nicht durch den Vergleich mit anderen Familien verunsichern und baue zu viel Druck auf Dich und Dein Kind auf. Die Schnullerentwöhnung ist ein individueller Prozess und der Schnuller muss (vorerst) nicht ganz weg. Er kann zunächst einmal seine Funktion zur Dauerberuhigung verlieren, indem Dein Kind und Du (oder andere Bezugspersonen) alternative Beruhigungsstrategien finden.

5 Fehler, die Eltern bei der Schnullerabgewöhnung vermeiden sollten

Es gibt viele verschiedene Herangehensweisen den Schnuller zu entwöhnen. Viele davon preschen durch diese (für dein Kind) große Veränderung und können zu Verlusttraumata führen. Damit weder dir noch deinem Kind die Schnullerabgewöhnung als Krise im Gedächtnis bleibt, kommen hier die 5 gängigsten Fehler bei der Schnullerentwöhnung.

Fehler #1 Die Schnullerentwöhnung ohne Vorbereitung und ohne Schritt-für-Schritt-Plan versuchen

Der wohl gängigste Fehler bei der Schnullerentwöhnung ist der Versuch, ohne Vorbereitung und ohne richtigen Plan.

Die Schnullerentwöhnung ist für Dein Kind eine große Veränderung, die Orientierung und Sicherheit benötigt. Diese kannst Du Deinem Kind erst dann schenken, wenn Du Dich selbst sicher fühlst und genau weißt, wie dieser Prozess aussehen wird. Du als Begleiter im Prozess brauchst einen Plan!

Durch das Ausprobieren von zu vielen unterschiedlichen Dingen und Methoden, ohne einen konkreten Etappenplan, erfährt Dein Kind ein “hin und her”, welches zu Angst und dem Gefühl von “ausgeliefert sein” führt. Auch du fühlst dich mit der Zeit orientierungslos und unsicher. 

WICHTIG: Für dein Kind ist nicht die Veränderung an sich das Problem, sondern ob es im Prozess begleitet und liebevoll durch diese “kleine Krise” hindurch geführt wird – sicher, orientiert und gehalten.

Du benötigst einen Etappenplan, um Dein Kind sanft und sicher durch den Prozess führen zu können.”

Fehler #2: Den Schnuller mit Hauruck-Aktionen wie der Schnullerfee abgewöhnen

“Hau-Ruck-Aktionen”, sind dadurch charakterisiert, schnell vonstatten zu gehen und dem Kind keine Zeit zu geben, die Veränderung zu verarbeiten und mit Dir zusammen durch die Gefühle hindurchzugehen, um schlussendlich gestärkt aus dem Prozess herauszugehen. Sie entziehen dem Elternteil Verantwortung – diese wird übertragen auf die Schnullerfee, den Osterhasen oder das “Verlorengehen”.

All diese Methoden werden sehr häufig empfohlen und basieren auf “Augen zu und durch”. So kann sogar ein Verlusttrauma entstehen. Noch heute gibt es viele Erwachsene, die sich schmerzvoll an dieses Erlebnis zurück erinnern.

Die Schnullerfee und Co. sind stark manipulative Methoden. Das Kind freut sich auf die Fee und kann die Tragweite seiner “Zustimmung” kognitiv überhaupt noch nicht erfassen. Dies hat nichts mit gemeinsamer Lösungsfindung zu tun.

Auch das “wenn du den Schnuller hergibst, bekommst du das Fahrrad, was du dir schon so lange wünscht” ist nicht zu raten, da dein Kind ebenfalls die Tragweite nicht einschätzen kann und es keinen Raum für den Ablösungsprozess gibt.

Ein Veränderungsprozess braucht Zeit für die Verarbeitung. Die Schnullerfee nutzt die Freude, Naivität und Neugier des Kindes aus.

Fehler #3 Die eigene Unsicherheit rund um die Schnullerabgewöhnung nicht mit in den Prozess einbeziehen

Auch für Eltern ist die Begleitung des Abgewöhnungsprozesses eine Herausforderung. Wenn du unsicher in den Prozess startest und deine innere Einstellung und deine Glaubenssätze nicht mit in den Prozess einbeziehst, dann wird sich dieser schwieriger gestalten. 

Dir können im Prozess z.B. Ängste und Glaubenssätze begegnen, wie z.B.  “Wenn ich meinem Kind den Schnuller wegnehme, könnte dies unsere Bindung schädigen” oder “Wenn mein Kind weint/wütet, werde ich dies nicht richtig begleiten können” begegnen. Deine eigenen Unsicherheiten zu kennen ist sehr wichtig, um in dem Prozess stets der Fels in der Brandung für dein Kind sein zu können.

Deine innere Einstellung zum Prozess ist entscheidend. Dein Kind erspürt natürlicherweise ständig deinen emotionalen Zustand. Wenn Du Dich selbst unsicher fühlst, wird Dein Kind dies wahrnehmen und es wird die Schullerentwöhnung extrem erschweren.

Deswegen gebe ich den Mamas, die ich begleite, immer wieder den folgenden Leitsatz an die Hand:

Meine eigenen Ängste und Unsicherheiten im bevorstehenden Prozess sind wichtig. Ich darf mir daher konkrete Hilfestellungen entwickeln.”

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Fehler #4 Auf Druck und Ratschläge anderer bei der Schnullerentwöhnung reagieren

Elternschaft und alles, was damit zusammenhängt wird oft im Außen bewertet. Es ist wichtig, dass Du merkst, wann Du etwas tust oder Dich (und Dein Kind) bewertest,, nur weil die Anderen es für “richtig” empfinden. Die Themen Schnullern, Stillen und Kinderschlaf werden noch oft mit traumatisierenden Methoden “erfolgreich” verändert und so auch empfohlen. Durch das Vergleichen, das oft automatisch stattfindet, kann viel Druck entstehen, der Dich dazu bringen kann, nicht mehr Dich und Dein Kind im Fokus zu haben. Dies erschwert Euren Prozess und führt häufig zu Hauruck-Aktionen.

Jede Familie, jedes Kind und jeder Prozess ist unterschiedlich. Deswegen ist es so wichtig, dass du dich von gut gemeinten Ratschlägen oder Kommentaren anderer nicht verunsichern lässt. 

Wie euer Schnullerentwöhungsprozess aussieht, wird von Dir (unter Berücksichtigung aller für deine Familie wichtigen Faktoren) entschieden. Du darfst Dich intensiv mit dem Thema beschäftigen und für Dich, Euren ganz individuellen Weg finden.

Jedes Kind und jede Familie ist individuell. Ich gehe den Weg, der mit meinem Herzen und meinen Werten resoniert.

Fehler #5 Fehlende Begleitung von Wut, Trauer und Verzweiflung des Kindes

Durch die Entwöhnung des Schnullers, ist Dein Kind mit vielen Emotionen konfrontiert, die Deine Begleitung benötigen. Es ist wichtig, dass Du Dich auf die Trauer und/oder Wut deines Kindes einstellst, dass Du ganz genau weißt, wie Du diese begleiten kannst und dabei selbst in der Ruhe und Sicherheit bleibst.

Diese Emotionen zu durchleben und zu fühlen, ist essentiell für den Prozess. Werden die Gefühle des Kindes kleingeredet, negiert oder mit dem Satz “Du bist doch schon groß” beantwortet, bleibt das Kind mit seinen Gefühlen alleine zurück und empfindet diese als nicht berechtigt.

Deine Begleitung ist entscheidend bei der gesamten Schnullerentwöhung. Du darfst Dich damit beschäftigen, wie Du Dein Kind liebevoll durch diesen Prozess führen kannst.

Wut, Trauer und Frust sind kostbare Emotionen, mit denen dein Kind sich ausdrückt. Du darfst lernen diese aufzufangen & zu begleiten.

Sanfte Schnullerentwöhnung, statt Schnuller-Frust

Eine sanfte Schnullerentwöhung ist möglich! Um Dein Kind durch diesen Veränderungsprozess hindurch begleiten zu können, braucht es Orientierung, Struktur und Deine eigene Sicherheit.

Ich empfehle Dir, Dich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und einen – auf Euch und Eure Bedürfnisse (je nach Ist- & Soll-Situation ) – abgestimmten Etappenplan zu konzipieren. Dieser Etappenplan ist eine Art Schritt-für Schritt-Anleitung, der Euch die nächsten Wochen begleiten und durch den Prozess führen wird.

Außerdem wichtig für dich: 

Die sanfte Schnullerabgewöhnung beinhaltet nicht sofort das Ziel, den Schnuller für jedes Kind ganz zu entfernen. Dies ist individuell. So ist es ebenfalls möglich, erst einmal das “Schnullerverhalten” zu verändern und der jeweiligen Situation anzupassen. Mit der Auseinandersetzung des Themas, wirst Du für Euch ermitteln können, ob und wie Eure sanfte Schnullerentwöhung stattfinden wird.

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